Der Winter ist genau die richtige Zeit, um Pläne für das neue Gartenjahr zu schmieden. Vielleicht steht auch eine größere, radikale Umgestaltung an, denn je älter man wird, desto beschwerlicher wird auch die Arbeit im traditionell aufgebauten Garten. Das Bücken fällt nicht mehr so leicht und die Arbeit mit der Gartenschere geht auch nicht mehr so flott von der Hand. Den Garten aufgeben wollen viele natürlich aber nicht und das muss auch nicht sein.
Die Arbeit könnte durch das Anlegen von Hochbeeten erleichtert werden. Hochbeete sind in der Regel 70 cm hoch und liegen damit auf dem Niveau eines Tisches. Sie eignen sich für Gemüse, Duftkräuter und Aromapflanzen. Oft sind aber auch halb hohe Beete in den Gärten zu sehen. Deren Höhe liegt zwischen 40 und 50 Zentimetern. Dort wäre der ideale Platz für Himbeeren, Kulturheidelbeeren und Beerenobst. Auch hier entfiele bei der Gartenarbeit das Bücken. Wichtig ist außerdem, dass alle Wege im Garten breit genug angelegt werden, damit sie später auch mit einem Hilfsmittel befahren werden können. Außerdem sollte der Wegebelag aus rutschfestem Material bestehen. Denken Sie auch an ausreichende Sitzmöglichkeiten verteilt im Garten, damit genügend Ruhe- und Erholungspausen eingelegt werden können.
Im Alter lässt das Sehvermögen bei den allermeisten Menschen nach, aber der Geruchssinn bleibt meistens erhalten und kann zusätzlich trainiert werden. Duftstoffe und Aromen werden so immer wichtiger und gut aufgenommen. Deshalb sollten Duft- und Aromapflanzen in einem Garten für ältere Menschen nicht fehlen. Fenchel, Pfefferminze, Rosmarin oder auch Lavendel gehören unbedingt dazu. Der Lavendel hat zum Beispiel allein bei den ätherischen Ölen 30 verschiedene Essenzen und wird so zu einem interessanten Geruchsgeber für den Garten. Nicht zu vergessen sind natürlich die wunderbaren Duftrosen, die in solch einem Garten ihren festen Platz haben sollten. Gerade Damaszener Rosen oder Portlandrosen bieten sich in der Nähe eines Sitzplatzes an.
Denkbar wäre auch, dass sich mehrere ältere Menschen einen Garten teilen. Dies hätte gleich zwei Vorteile: Die Arbeit verteilt sich auf zahlreiche Schultern und man wäre im Garten nicht allein, hätte einen Gesprächspartner. Denn der soziale Faktor eines Gartens sollte auch nicht unterschätzt werden. Gärten strukturieren das Leben älterer Menschen, weil der Tagesablauf durch bestimmte Arbeiten geregelt wird. Man muss raus an die frische Luft, muss sich unter Leute begeben und das im Frühjahr, Sommer, Herbst und etwas reduzierter auch im Winter.
Und noch ein Hinweis für alle Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner: Der NDR hat auch einen informativen Gartenpodcast. Der Titel lautet „Im Grünen Bereich – Der NDR Gartenpodcast“. In dem Podcast geht es darum, möglichst vielen Menschen Lust auf das Gärtnern zu machen. Sie finden den Podcast in der ARD Audiothek und auf vielen weiteren Plattformen.
Autor: Ralf Walter, NDR 1 Niedersachsen


