Bezirksverband der Kleingärtner Wolfsburg und Umgebung e.V.

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Verfasst am 09.09.2018 um 18:00 Uhr

Erden, Superpflanzen und „Un“-Kräuter

Fachberater-Seminar der niedersächsischen Landesverbände in Walsrode

Die Teilnehmer der Landesverbände in Niedersachsen beim gemeinsamen Fachberater-Seminar in Walsrode. 

Foto: Lierath

Vom 17.-19. August fand in Walsrode das gemeinsame Fachberater-Seminar der niedersächsischen Landesverbände statt. Zu dem Seminar waren ca. 50 interessierte Fachberater des LNG, sowie des LV Braunschweig angereist, um aus den Vorträgen möglichst viele, wichtige Informationen in die eigenen Vereine und Verbände mitzunehmen.

Nach der Begrüßung und Einleitung in die Seminar-Thematik durch Manfred Weiß, Vorsitzender des Landesverbandes Braunschweig der Gartenfreunde, ergriff der erste Referent das Wort. Klaus Dieter Kerpa, Fachberater der Fa. Neudorff GmbH berichtete in seinem Vortrag über Pflanzenschutz und den Einsatz von Nützlingen. Er stellte zunächst die Grundidee der Firma Neudorff vor, welche lautet: Forschen, Entwickeln, Vermarkten. Diese Philosophie bringt auch gleichzeitig zum Ausdruck, dass die Entwicklung natürlich niemals still steht und sich das Rad weiter dreht. Zurzeit sei das Neueste eine Art Pflanzenschutzdoktor als App, welche über eine automatische Schadbilderkennung verfüge, berichtete Kerpa. Die App sei natürlich auch nicht nur bei der jüngeren Generation von großem Interesse.

Pflanzenschutz und Nützlinge

Danach berichtete der Referent über die drei grundsätzlichen Säulen eines Ökogartens, hierzu gehören Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und Pflanzenschutz nach ökologischen Richtlinien. Wobei diese Säulen nicht nebeneinander zu betrachten sind, sondern das Eine das Andere bedingt und nur ein Zusammenspiel erfolgreiches Gärtnern möglich macht. Grundsätzlich ist das Thema „Pflanzenschutz“ nicht neu. Bereits seit der Frühzeit, ca. 4000 v. Chr., machten sich die Menschen bereits Gedanken darüber, wie sie ihre Ernte vor möglichen Schädlingen und Fraßfeinden schützen könnten. Der erste amtliche Pflanzenschutzdienst wurde bereits im Jahr 1903 gegründet und das Gesetz zum Schutz der Kulturpflanze trat 1937 in Kraft. Das Thema „Pflanzenschutz“ ist somit nicht mehr neu, aber dennoch stets aktuell.

Kerpa berichtete darüber, dass rund 93% der im Handel erhältlichen Erzeugnisse aus konventioneller Landwirtschaft stammen. Hierbei stehe jedoch leider fast ausschließlich der wirtschaftliche Faktor im Vordergrund. Besser sei eine integrierte Landwirtschaft, sie verbinde die konventionelle mit der ökologischen Landwirtschaft.

Den Zuhörern legte er nahe, sich im Garten doch nur auf das Nötigste zu beschränken, was den Einsatz von jeglichen Mitteln angeht. Der Einsatz von Pestiziden (vom englischen Wort „pests“ für Schädlinge) sei im Haus- und Kleingarten seiner Meinung nach nicht notwendig. Viel sinnvoller sei der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln, welche die Widerstandskräfte der Pflanzen stärken und ihre Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge mindern. Zudem dürfen Pflanzenstärkungsmittel keine Inhaltsstoffe enthalten, die auch in Pflanzenschutzmitteln angewendet bzw. eingesetzt werden.

Zur Pflanzenstärkung können z.B. Gesteinsmehle verwendet werden, so gilt Bentonit als ein Sandbodenverbesserer, da es als Tonmineral bei leichten Böden für bessere Eigenschaften sorgt. Auch symbiotische Wirkungen wie bei Mykorrhiza seien als Pflanzenstärkung zu sehen, so der Referent. Aus der Symbiose zwischen dem Pilz und der Pflanze resultiert ein vergrößertes Wurzelvolumen. Daraus ergibt sich eine deutlich erhöhte Aufnahmemöglichkeit von Wasser und Nährstoffen, wodurch die Pflanze optimal versorgt wird. Und optimal versorgte Pflanzen seien schlechtweg widerstandsfähiger, unterstrich Kerpa.

Eine weitere Möglichkeit der Pflanzenstärkung sei Homöopathie, so der Referent. Hierunter verstehe man allerdings keinen Dünger im klassischen Sinne. Viel eher trifft es die Redewendung „Pflanzensaft bringt Pflanzen Kraft“. Vielerorts bekannt sei z.B. Brennnesseljauche, welche stets in einem Kunststoffbehälter anzusetzen sei.

Kerpa wies ausdrücklich darauf hin, dass auch beim Ausbringen von biologischen Mitteln Arbeits- bzw. Schutzkleidung notwendig sei. Lange Ärmel und Hosen seien ebenso Pflicht wie das Tragen von geschlossenen Schuhen, Handschuhen und einer Schutzbrille. Falls Reste von dem Mittel nach der Anwendung übrig seien, sei es das Beste, diese im Verhältnis 1:10 zu verdünnen und damit nochmal über die behandelte Fläche zu gehen. In diesem Verhältnis sei aber auch das Ausbringen auf dem Boden als unkritisch anzusehen.


Pflanzenschutz bedeutet Verantwortung

Das Leben der Kulturpflanzen im Garten oder auf dem Feld ist aus der Sicht ihrer Bewirtschafter in erster Linie zwei Hauptzielen untergeordnet: Die Pflanzen sollen wachsen, um entweder einen essbaren oder anderweitig nutzbaren Ertrag zu erzeugen, oder sie sollen unsere ästhetischen, visuellen Bedürfnisse befriedigen, d.h. sie sollen zieren und schön aussehen. Dabei ist zu beachten, dass im Kleingarten keine Vermarktungsvorschriften eingehalten werden müssen. Kleine Mängel bei der äußeren Qualität sind leichter hinnehmbar und auf Höchsterträge kann verzichtet werden.


Der Begriff „Pflanzenschutz“ hat in der heutigen Zeit immer noch einen negativen Beigeschmack. Dieses eigentlich zu Unrecht, wenn man bedenkt, dass der Pflanzenschutz versucht, durch geeignete Maßnahmen Schäden durch Krankheitserreger, Schädlinge, Unkräuter und unbelebte Schadursachen an der Pflanze zu verhindern oder zumindest zu verringern.

Hierbei kann und muss jeder Gartenfreund selbst entscheiden, ob und inwieweit er seine Pflanzen schützen will. Hierfür stehen ihm zahlreiche Möglichkeiten im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes zur Verfügung.

Kleingärtnerische Nutzung aus gartenfachlicher Sicht

Der zweite Seminartag begann mit einem Vortrag von Thomas Bauer, Sachverständigem für Haus- und Kleingärten, über kleingärtnerische Nutzung aus gartenfachlicher Sicht. Er berichtete darüber, dass die Bewertung von Gärten grundsätzlich ein Abwägen mit sich bringt. So seien z.B. Wildfruchtpflanzen wie Hagebutte, Felsenbirne, Blutpflaume oder Apfelbeere für die kleingärtnerische Nutzung nur anrechenbar, wenn die Pflanzen und ihre Früchte auch tatsächlich „genutzt“ werden. Wenn Sie nur den Garten verschönern, seien sie auf die kleingärtnerische Nutzung jedoch nicht anrechenbar. Ebenso betonte Bauer, dass reine Freizeitgärten mit Pool und Trampolin nicht als Kleingarten zählen. Sie genießen somit auch keinen besonderen Schutz und können sogar zu einer Gefährdung der ganzen Anlage führen.


Torfersatzstoffe – Möglichkeiten und Grenzen

Am Vormittag stellten Mario Reil und Niklas Ahrens, Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) das Projekt TeiGa (Torfersatz im Gartenbau) vor. Sie berichteten darüber, dass die Torfverfügbarkeit bereits kontinuierlich abnimmt. Bereits ab dem Jahr 2037 wird Torf kaum noch vorhanden sein. Der Einsatz von geeigneten Torfersatzstoffen sei somit unumgänglich. Zu den möglichen Ersatzstoffen zählen Kompost, Hohlfasern, Rindenhumus und Kokos. Jedes dieser Produkte bringt gewisse Vorteile mit sich. Interessant sei vor allem Kokos als Torfersatzstoff. Das verwendete Kokosmark sitzt zwischen den Fasern im Mesokarp und umgibt die eigentliche Nuss. Bisher war Kokosmark ein reines Abfallprodukt, wird aber in Zukunft sicherlich an Bedeutung gewinnen.


Unkrautmanagement und Aktuelles aus dem Pflanzenschutz

Frank Lehnhof vom Pflanzenschutzamt der LWK in Oldenburg berichtete, dass es viele Gründe gäbe, warum Pflanzen erkranken können. Zahlreiche Krankheiten und Schädlinge können jedoch abgewehrt werden, wenn vorbeugende Maßnahmen ergriffen und der Pflanze hierdurch optimale Wachstumsbedingungen gegeben werden. Die Pflanze ist dann deutlich widerstandsfähiger und für Schaderreger weniger anfällig.


Indirekter Pflanzenschutz

Arten- und Sortenwahl 

Durch den Verzicht auf "Exoten" können viele Probleme im Garten vermieden werden. Daneben sollten Aspekte wie Anfälligkeit und Resistenzen gegenüber Schaderregern als erbliche, sortenspezifische Eigenschaften bei Neupflanzungen unbedingt berücksichtigt werden. Die Verwendung von standortgerechten und resistenten Sorten ist das A und O.

Ernährung/Düngung 

Alle Pflanzen haben einen spezifischen Nährstoffbedarf und verlangen eine ausgewogene Ernährung. Wichtig: Optimal mit Nährstoffen versorgte Pflanzen sind widerstandsfähiger. Außerdem sind ihre sortenspezifischen Eigenschaften stärker ausgeprägt als bei unter- bzw. überversorgten Pflanzen.

Bodenbearbeitung und Kompostwirtschaft

Alle Maßnahmen, die helfen, die Wärme und Feuchtigkeit im Boden zu halten und die gleichzeitig den Luftaustausch des Bodens garantieren, wirken sich positiv auf das Wachstum aus und sind deshalb auch aus Pflanzenschutz-Gesichtspunkten günstig zu bewerten.


Fruchtfolge und Mischkulturen 

Bei mehrjährigem Anbau von gleichen oder verwandten Pflanzenarten auf demselben Beet (Monokultur) kann es, durch verschiedene Faktoren bedingt, zu Wachstumsstörungen bei den nachfolgenden Kulturen kommen. Man spricht hierbei auch von "Bodenmüdigkeit" oder „Fruchtfolgekrankheiten“. Um das zu verhindern, gehören der Fruchtwechsel und die Mischkultur zum erfolgreichen Gärtnern einfach dazu.

Abstand zwischen den Pflanzen, Pflanzenform

Durch einen ausreichenden Reihen- und Pflanzenabstand wird zum einen die verletzungsfreie Pflege der Pflanzen erleichtert. Zum anderen erschwert der größere Abstand die gegenseitige Infektion durch Schaderreger. Ein weiterer positiver Effekt: Durch die bessere Durchlüftung des Pflanzenbestandes trocknen die Pflanzen schneller ab. Pilzsporen und Bakterien, die nur in Wassertropfen keimen können, haben somit weniger Zeit, die Pflanzen zu infizieren.

Aussaat und Pflanzzeit, Erntezeit

Durch einen früheren oder späteren Zeitpunkt der Aussaat oder des Pflanzens kann die Hauptzeit der Eiablage mancher Schädlinge, z. B. der Möhrenfliege, umgangen werden.


Pflanzenpflege und Pflanzenstärkung 

Alle kulturtechnischen Pflegemaßnahmen, die dem optimalen Wachstum der Pflanzen dienen, stärken die Abwehrkräfte und reduzieren dadurch das Erkrankungs- und Beschädigungsrisiko. Verschiedene Pflanzenauszüge, Jauchen, Tees oder im Handel angebotene Pflanzenstärkungsmittel können die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen schädliche Organismen erhöhen.

Wasserversorgung und Gießgewohnheiten

Grundsätzlich sollten alle Extrembedingungen, wie z. B. das übermäßige Austrocknen des Wurzelballens oder Staunässe, vermieden werden. Die am Abend gegossenen Pflanzen bleiben meistens stundenlang feucht und bieten Pilzsporen auf den Blättern, Blüten oder Früchten ideale Keimbedingungen. Deshalb nach Möglichkeiten nicht „die Pflanze gießen“ ( insbesondere z.B. bei Tomaten).


Direkte Pflanzenschutzmaßnahmen

Die Gruppe der direkten Pflanzenschutzmaßnahmen gilt direkt dem Krankheitserreger, dem Schädling bzw. der Unkrautpflanze. Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, den Schaderreger zu vertreiben oder direkt zu bekämpfen bzw. zu töten. Hierbei wird zwischen biologischen, biotechnischen, mechanisch-physikalischen und chemischen Maßnahmen unterschieden:

Biologischer Pflanzenschutz 

Der biologische Pflanzenschutz bedeutet Einsatz von natürlichen Feinden der Schädlinge. Im Garten gibt es eine ganze Reihe von nützlichen Tieren, die als natürliche Feinde der Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilben und anderer Schädlinge gelten. Die bekanntesten Nützlinge sind: Florfliegen, Marienkäfer, Schwebfliegen, Raubwanzen, Schlupfwespen, Gallmücken, Raubmilben, aber auch Maulwurf, Igel und viele Vögel. Aufgrund ihrer großen Bedeutung im biologischen Pflanzenschutz müssen daher grundsätzlich alle nützlingsschonenden Pflanzenschutzmaßnahmen eindeutig bevorzugt werden. Durch gezielten Einsatz von räuberischen oder parasitären Insekten werden weiße Fliegen, Spinnmilben, Blattläuse und Thripsen in Gewächshäusern bekämpft. Pilze, Viren und Bakterien werden bei der mikrobiologischen Schädlingsbekämpfung gegen schädigende Insekten eingesetzt. 


Biotechnische Maßnahmen 

Bei biotechnischen Pflanzenschutzmaßnahmen werden natürliche Reize oder Reaktionen der Schädlinge ausgenutzt. Dazu gehören Gelbtafeln, Fraßlockstoffe gegen Schnecken und Ameisen sowie Fallenarten mit verschiedenen Wirkmechanismen (z.B. Pheromonfallen).


Mechanisch-physikalische Maßnahmen 

Verschiedene, mechanische Barrieren können den Zugang der Schädlinge zu den einzelnen Pflanzen oder zu ganzen Beeten erschweren. Als Beispiele sind zu nennen: Drahtkörbe als Schutz vor Wühlmäusen, Abdeckung der Beete mit Kulturschutznetzen gegen Gemüsefliegen und andere Schädlinge, Absammeln von Raupen, Käfern und Schnecken, Leimringe gegen Frostspanner oder Schneckenbarrieren.


Chemischer Pflanzenschutz

Chemischer Pflanzenschutz bedeutet Einsatz von chemischen Substanzen, um die Schaderreger zu beseitigen. Die zurzeit für nicht-berufliche Anwender zugelassenen Pflanzenschutzmittel sind nach heutigem Wissensstand bei sachgerechter Anwendung sowohl für die Pflanzen, als auch für den Anwender und die Umwelt unschädlich. Bei Missbrauch können sie schädlich oder sogar tödlich wirken. Aus diesem Grund sind bei der Handhabung und Anwendung Vorsicht und ein gesunder Menschenverstand gefordert!


Integrierter Pflanzenschutz, die Kombination macht‘s

Allen genannten, nicht chemischen Maßnahmen sollte im Garten eindeutig Vorrang eingeräumt werden. Wir sollten uns ständig darum bemühen, die in unseren Gärten entstehenden Probleme so naturnah wie nur möglich zu lösen.

Je mehr wir über die Pflanzen selbst, über die Schadfaktoren und -reger wissen, desto erfolgreicher und umweltgerechter können wir auftretende Probleme lösen. Wissenschaft, Züchtung und Industrie bemühen sich, weitere Verfahren, Sorten und Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Viele von ihnen im Hinblick darauf, den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren oder vielleicht sogar einen vollständigen Verzicht auf chemische Maßnahmen zu ermöglichen.

Manche Krankheitserreger und Schädlinge oder aber besonders starker Befall können heutzutage das Zurückgreifen auf chemische Bekämpfungsmaßnahmen allerdings noch erforderlich machen. Der integrierte Pflanzenschutz ist eine Kombination von Maßnahmen, bei denen unter vorrangiger Berücksichtigung anbau- und kulturtechnischer, mechanischer, biologischer sowie biotechnischer Maßnahmen die Anwendung chemischer Pflanzenschutzmittel auf das notwendige Maß beschränkt wird. Chemischer Pflanzenschutz sollte grundsätzlich als "Ultima Ratio" gesehen werden.



Der Fachberater des Landesverbandes Braunschweig der Gartenfreunde e.V. Kurt Kasten bei seinem Vortrag über essbare „Un“-Kräuter.

Foto: Soboll

Landesgartenfachberaterin des Landesverbandes Niedersächsischer Gartenfreunde e.V., Miriam Soboll, berichtete in ihrem Vortrag über Superfood aus dem eigenen Garten

Foto: Marquardt


Essbare „Un“-Kräuter

Den Abschluss des Tages machte Kurt Kasten, Fachberater des Landesverbandes Braunschweig der Gartenfreunde e.V. .  Er stellte in seinem Vortrag klassische Unkräuter vor, welche durchaus auch auf den Tisch und die Speisekarte gehören dürfen. Gänseblümchen, Giersch und Brennnessel dürfen als Beiwerk mit in den Salat gegeben werden. Auch die Knoblauchsrauke, eines der ältesten einheimischen Gewürze, ist heutzutage wieder in aller Munde. Grundsätzlich sollte man beim Sammeln von Un- und Wildkräutern immer darauf achten, wo man diese sammelt, betonte der Referent. An viel befahrenen Straßen oder auch auf Wiesen, wo Hunde ihr Geschäft verrichten, sollten keine Pflanzen gesammelt werden. Am besten sammelt man im eigenen Garten, so Kasten.


Superfood aus dem eigenen Garten

Landesgartenfachberaterin der Niedersächsischen Gartenfreunde, Miriam Soboll, versuchte die Seminarteilnehmer ein wenig für das Thema „Superfood“ zu sensibilisieren. Als Superfood werden Lebensmittel bezeichnet, die einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen oder auch Spurenelementen haben. Dennoch sei bei der Auswahl der Superfoods zu bedenken, dass bei vielen dieser Lebensmittel vor allem eine kluge Marketingstrategie dahinter stecke. Nicht umsonst werden diese Nahrungsmittel stark umworben und als super gesund angepriesen. Eine steigende Nachfrage bringt auch automatisch eine entsprechende Preissteigerung mit sich. Viel besser sei es, bei der Wahl der Superfoods auf Produkte zurückzugreifen, die entweder vor der Haustür oder sogar im eigenen Garten wachsen. Hier wisse man genau, was man hat und dies sogar kostenlos, so die Referentin. Und in Sachen Inhaltsstoffe können unsere heimischen Heidelbeeren, Hagebutten, Hasel- und Walnüsse locker mit Gojibeeren, Chiasamen und Açaibeeren mithalten. Und noch frischer, als direkt vom Busch oder Strauch geht es auch nicht.

Miriam Soboll

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